Stellen ’smarte‘ Haushaltsgeräte eine Gefahr dar?

In diesen Tagen überschlagen sich die Meldung von einem angeblich von einem Botnet aus infizierten Kühlschränken bestehende Spam-Attacke. Das mag für einige nun etwas verwirrend klingen, also erst mal ganz von vorne. Bei nahmhaften Newsportalen wie Golem oder auch t3n – selbst der Spiegel hat die Nachricht über die Zombie-Kühlschränke aufgegriffen – liest man, dass ein Botnet aus Haushaltsgeräten für Email-Spam missbraucht wird. Der Reihe nach möchten wir nun erklären, was es damit auf sich hat und ob auch von Ihren Geräten eine Gefahr ausgeht.

Gefüllter Smart Kühlschrank durch Botnet infiziert.

Ein Kühschlrank, der immer gefüllt ist und zwar genau mit dem richtigen. Diesen Traum soll ein Smart-Kühlschrank verwirklichen. Doch in diesem Fall wurden durch ein Botnet-infizierte Kühlschränke wohl eher zum Albtraum. Bild: flickr.com / Richard Kelland, Lizenz: CC BY-SA 2.0

Was sind überhaupt Smarte Kühlschränke? Und Botnets?

Gemäß der Vision sollen intelligente Kühlschränke mitdenken und beim Einkaufen helfen. Vor kurzem unterhielt ich mich mit einem irischen Ehepaar, dass mir erzählte, dass sie all Ihre Lebensmittel geliefert bekämen. Sie wohnen auf dem Land und dies sei billiger als 10km zum nächsten Supermarkt zu fahren. Und vor allem komfortabler. Um dieses System noch zu verbessern benötigt man einen intelligenten Kühlschrank. Ein Kühlschrank, der merkt, wenn die Milch leer geht und direkt neue bestellt. Ganz so weit sind die Systeme noch nicht. Was es aber bereits gibt, sind Kühlschränke mit Touchscreens und Internetzugang. Technisch gesehen, stellen diese Bedienteile der „smarten“ Kühlschränke vollwertige Computer dar, ähnliche wie ein Smartphone oder Tablet.

Ein ganz kleiner Ausflug in den IT-Bereich: Was ist ein Botnet?

Ein Botnet ist ein Zusammenschluss aus mehreren mit Schadsoftware infizierter Computer. Es handelt sich also, um Computer, die für legitime Zwecke privat oder gewerblich genutzt werden. Da diese allerdings mit einem Virus infiziert wurden, werden Sie über das Internet ferngesteuert für illegale Zwecke missbraucht. Der häufigste Missbrauch ist der Versand vom SPAM-Nachrichten. Genau die nervigen Nachrichten, die wir alle jeden Tag im Posteingang haben, die uns Pillen, Online-Casinos oder gefälschte Bankaccounts verkaufen wollen.

Wie konnte es zu einem Kühlschrank-Botnet kommen?

Da diese smarten Haushaltsgeräte, darunter Kühlschränke, Toaster, Fernseher oder auch Internet-Router, auch Computer sind, können auch sie mit Schadsoftware infiziert werden. Laut den Meldungen seien diese Computer in der Regel nur sehr schlecht geschützt: Z. B. durch Standard-Passwörtern, die überall gleich sind und durch die man direkt den vollen Zugriff auf das Gerät erhält. Außerdem seien die Attackierenden sehr vorsichtig vorgegangen, man habe nie mehr als 10 Emails pro Tag verschickt. (Die Summe aller infizierter Geräte und Haushalte macht’s).

Wie kann man sich und seine Kühl- und Gefriergeräte schützen?

Zunächst erst einmal Entwarnung. Es häufen sich bereits die Meldungen, dass es sich bei der Nachricht um ein Falschnachricht handele. Weiterhin muss natürlich auch niemand Angst haben, der keine solchen smarten Kühlschränke besitzt. Ich könnte mir vorstellen, ein Smart-TV wird deutlich häufiger anzutreffen sein, als ein solcher Kühlschrank. Dennoch ist die Gefahr zumindest theoretisch real. Der Handlungsspielraum liegt hier aber hauptsächlich bei den Herstellern, die die Systeme besser schützen müssen, also sichere Passwörter oder ggf. sogar Virenscanner.

Oder man springt einfach auf diesen Trend einmal nicht auf und bleibt bei einem herkömmlichen Kühl- und Gefrierschrank. Letztgenannte gibt’s hier auf gefriervergleich.de im Test.

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