Dies ist der Begleitartikel zur Infografik “Stromverbrauch im Haushalt”, die gesamte Infografik befindet sich am Ende der Seite.

Motivation: Warum sollte sich jeder für den Stromverbrauch im Haushalt interessieren?

Anstieg der Stromkosten in den letzten 15 Jahren um 68%.

Der erste Abschnitt der Infografik zeigt einleitend den Anstieg des durschnittlichen Strompreises in den letzten 15 Jahren. Von 1998 bis 2013 stieg der Strompreis um insgesamt 68% von 17,11 auf 28,73 Cent pro Kilowattstunde. Es ist davon auszugehen, dass der Strompreis weiter steigt, insofern lohnt sich eine Reduzierung des Stromverbrauchs in der Zukunft in doppelter Hinsicht.

Bereits jetzt zahlt ein deutscher 3-Personen-Haushalt bereits rund 1000€ im Jahr nur für Strom (Quelle: Seite 8).

Ein deutscher Haushalt zahlt durschnittlich 1000€ pro Jahr für Strom.

Woher kommt der ganze Stromverbrauch im Haushalt?

Der Stromvebrauch teilt sich auf in verschiedene Kategorisierungen entsprechend der Erhebung der EnergeiAgentur.NRW aus rund 380.000 Datensätzen (Seite 6) auf. Selbst, wenn die Warmwasserbereitung elektrisch stattfindet, gibt es eine größere Vebrauchergruppe: Kühl- und Gefriergeräte. Diese machen mit insgesamt 14,9% den größten Anteil am gesamten Stromverbrauch des Haushalts aus. Betrachtet man nur Haushalte ohne elektrische Warmwasserbereitung (Seite 10), machen Kühl- und Gefriergeräte sogar 17,3% des gesamten Verbrauchs aus. In beiden fällen ist dies die jeweils größte Verbrauchergruppe.

Wer verbraucht den Strom im Haushalt? Gefrier- und Kühlschränke.

Aus Platzgründen zeigt die Infografik lediglich die sechs größten Verbrauchergruppen, die vollständige Liste lautet:

  1. Kühlen & Gefrieren (14,9%)
  2. Büro (12,9%)
  3. TV/Audio (11,9%)
  4. Warmwasser (11,9%)
  5. Licht (9,7%)
  6. Kochen (9%)
  7. Diverses (7,2%)
  8. Trocknen (6,6%)
  9. Umwälzpumpe (6%)
  10. Spülen (5,1%)
  11. Waschen (4,9%)

Bietet der größte Verbraucher auch gleichzeitig das größte Einsparpotential?

Da Kühl- und Gefriergeräte den größten Anteil am gesamten Stromvebrauch im Haushalt ausmachen, bietet es sich an, in diesem Bereich auf die Suche nach Einsparpotential zu gehen. In der Tat können durch einfache Tricks, kleine Optimierungsmaßnahmen getroffen werden.

Richtiger Abstand zur Wand

Kühlgeräte produzieren Abwärme, wenn diese Wärme nicht abgeführt wird, steigt die unmittelbare Umgebungstemperatur des Kühlgerätes. Somit muss das Gerät also mehr Strom aufwenden, da der Inhalt nun – relativ zur Umgebungstemperatur – weiter herunter gekühlt werden muss. Schafft man es, die Umgebungstemperatur um lediglich 1 Grad Celsius zu senken, sinkt der Stromverbrauch von Kühlschränken um rund 6%. (Bei Gefriergeräten um 3% pro Grad Celsius). Daher sollte Stauwärme auf jeden Fall vermieden werden. Ein Weg dazu ist den richtigen Abstand zur Wand einzuhalten.

Keine heißen Speisen in den Kühlschrank!

Wenn Sie nach dem Kochen noch etwas übrig haben und dies im Kühlschrank aufbewahren möchten, sollten Sie die Speisen immer vollständig auf Raumtemperatur abkühlen lassen, bevor Sie diese in den Kühlschrank geben. Eine 60 Grad Celsius warme Speise beinhaltet sehr viel Energie in Form von Wärme. Diese Energie lässt die Temperatur im gesamten Innenraum des Kühlschranks ansteigen. Dies muss nun wieder (unter Einsatz von Strom) heruntergekühlt werden. Lassen die Speisen also vorher abkühlen und sie werden einiges an Energie sparen.

Tipps zum Energiesparen mit Kühlschränken und Gefriertruhen.

Manchmal kann es sich sogar lohnen, ein neues Gerät zu kaufen.

Wenn Sie ein besonders altes Kühl- oder Gefriergerät benutzen kann es sich durchaus manchmal lohnen, ein neues anzuschaffen. Dies möchten wir anhand einer modernen (Energieklasse A+++) Kühl-Gefrierkombination von Siemens vorrechnen. Das Kombigerät verbraucht lediglich 157 kWh Strom im Jahr.

Manchmal kann es sich also durchaus lohnen zu einem komplett neuen Gerät zu greifen. Damit Sie bei einem solchen Kauf gut beraten sind, können Sie unserem Gefrierschrank-Test zahlreiche Tipps und Meinungen zu den verschiedene Gefriergeräten einholen.

Was sind die Energieklassen?

Die Energieklassen gehen von A+++ (am effizientesten) über A (effizient) bis hin zu G (sehr ineffizient). Der tatsächliche Stromverbrauch wird dabei immer mit einem fiktiven Gerät vergleichen. Dieses fiktive Gerät hätte bei Kühl-/Gefriergeräten die Energieklasse D. Per Definition hat ein Gerät der Klasse A+++ 20% des Verbrauchs eines solchen.

Unser fiktives Gerät der Klasse D würde also 785 kWh Strom im Jahr verbrauchen. Das neue Gerät kostet in der Anschaffung rund 800€, spart jedes Jahr aber 628 kWh Strom. Bei einem Preis von 28 Cent pro Kilowattstunde entspricht dies einer jährlichen Ersparnis von rund 175€. Somit hätten Sie den Anschaffungspreis des neuen Gerätes bereits nach rund viereinhalb Jahren eingespart.

Bedenken Sie aber, dies ist ein Extrembeispiel, das so nur gültig ist, wenn Sie ein sehr altes Gerät besitzen. Je moderner – und energieeffizienter – ihr Altgerät ist, desto länger dauert es, bis sich der Anschaffungspreis des neuen Geräts amortisiert. All dies natürlich unter der Voraussetzung ihr altes Gerät wäre nicht ohnehin irgendwann kaputt gegangen.

Vergleich Stromverbrauch und Kosten der Kühl-Gefrierkombi: Altgerät vs. neues Kaufen.

Doch auch ganz ohne Neukäufe können Sie Strom sparen!

Auch in dem Sie Ihre vorhandenen Geräte effizienter nutzen, lässt sich einiges an Strom in Ihrem Haushalt sparen. Die meisten Menschen nutzen heute einen Wasserkocher, um Wasser für z. B. Tee zu kochen. Sie wissen, dass dies deutlich effizienter ist – und auch schneller geht – als auf dem Herd. Aber nur die wenigsten verwenden diesen Trick auch, wenn Sie Nudelwasser abkochen. Hierbei wird meist Wasser im Topf zum Kochen gebracht. Warum also nicht vorher das Wasser mit dem Wasserkocher zum Sieden bringen? Diese spart nicht nur Strom und damit Geld, sondern auch Ihre Zeit. In der Regel bringt ein Wasserkocher das Wasser deutlich schneller zu sieden und verbraucht dabei statt 150Wh pro Liter Wasser lediglich 100Wh.

Wasserkocher spart Energie ggü. dem Herd.

Alles richtig gemacht und trotzdem Stromverbrauch zu hoch?

Seit in einer Sendung von Sat1 die Aussage gemacht wurde, geht das Gerücht herum, dass jeder zweite Stromzähler defekt sei. Der Gutachter in der Sendung sagte, “er schätze jeder zweite, alte Stromzähler sei defekt”. Dies ist aber nicht durch faktische Untersuchungen zu belegen. Stattdessen sieht die Statistik ganz anders aus. Wohl lediglich einer von 8 (also rund 13%) der Stromzähler funktionieren nicht ordnungsgemäß.

Dennoch kann es also durchaus passieren, dass auch Ihr Stromzähler nicht korrekt zählt. Dies können Sie mit einem Strommessgerät aber ganz leicht überprüfen. Schalten Sie alle Verbraucher aus, bis der Stromzähler still steht. Nehmen Sie nun ein Gerät in Betrieb und messen Sie dessen Verbrauch mit dem Strommessgerät. Nach einger Zeit muss die Differenz auf dem Stromzähler dem angezeigten Wert auf Ihrem Messgerät entsprechen.

Anteil defekter Stromzähler

In voller Größe

Nun also noch die Infografik in voller Größe:

Infografik Stromverbrauch im Haushalt. Energiespartipps rund um Haushaltsgeräte.

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