Das Böse Erwachen: Wie ein Gefrierschrank die Stromrechnung in die Höhe schießen lies.

Ein kleiner Vorort im Südwesten-Deutschlands. Das Zweifamilien-Haus wird im Erdgeschoss von einer älteren Dame bewohnt, die obere Wohnung ist an eine junge Familie vermietet. Kein Märchen, nein, es handelt sich um meine Großmutter, die mich geschockt anrief, nachdem Sie Ihre Stromrechnung erhielt.

„3000 Kilowattstunden hab ich die letzten Jahre verbraucht, in 2012 waren es dann auf einmal 4500! Das ist ja anderthalb mal so viel!“

Beinnahe ein Fall für die Lokalpresse – „Oma’s spektakulärer Stromverbrauch“!

Viel zu viel – und von jetzt auf nachher. Da kann etwas nicht stimmen. So ein gewaltiger Sprung muss einen außergewöhnlichen Grund haben. Fünf Leute finden fünf Gründe von denen Sie überzeugt sind:

  • „Da muss dir jemand Strom klauen, das ist nicht normal! Kein Scherz, das habe ich in der Zeitung gelesen, das gibt es wirklich.“
  • „Da kann nur versehentlich ein Kabel in die andere Wohnung gehen. Wann sind die Mieter doch gleich eingezogen?“
  • „Dein Stromzähler muss kaputt sein, der ist doch auch schon 30 Jahre alt… “
  • „Das machen die Stadtwerke mit Absicht! Die spekulieren darauf, dass du dich nicht wehren kannst!“
  • „Da ist ganz klar beim Ablesen ein Fehler passiert, 50% Mehrverbrauch? So viel Strom könntest du doch gar nicht verbrauchen!“

Verstehen Sie mich nicht falsch. All dies kann in der Tat passieren, beim Ablesen können Fehler auftreten, auch Strom wird wirklich manchmal illegal abgezapft und natürlich gehen auch Stromzähler kaputt.

Der wahre Grund ist langweilig – aber hinterhältig!

Wir sind dabei oft etwas sensationslustig und ignorieren die ganz einfachen Sachverhalte. Was war passiert? Der Gefrierschrank ging schleichend kaputt. Der Stromverbrauch wurde quasi von Tag zu Tag höher. Im Jahr 2011 war noch alles normal. Und plötzlich verbrauchte ein einziger Gefrierschrank im darauf folgenden Jahr über 1500 kWh mehr als noch im Vorjahr. Das sind 450€ an Mehrverbrauch in einem einzigen Jahr.

Es handelte sich um einen kleinen Einbaukühlschrank, der selbst nicht mehr als 500€ kostet. Ein einziger Gefrierschrank hatte also seine Anschaffungskosten in nur einem einzigen Jahr an Strom verbraucht. Er war 25 Jahre alt und schon damals kein sehr effizientes Gerät. Doch plötzlich in 2012 explodierte der Verbrauch regelrecht.

Dies ist ein Einzelfall, aber er soll Sie zum Nachdenken anregen!

So extrem muss es nicht immer ablaufen. Aber die Gefahr besteht immer und wird mit zunehmendem Alter Ihrer Elektrogeräte, insbesondere Kühl- und Gefrierschrank größer. Selbst wenn Ihr Gerät noch weit von so einem Defekt entfernt ist, sollten Sie überprüfen, ob Sie die Verbrauchskosten Ihrer Küchengeräte im Blick haben. Einsparpotenzial kann es immer geben, auch wenn das Gerät nicht ähnlich spektakulär kaputt geht.